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Projekte

Versöhnung in der Region der Afrikanischen Großen Seen

Entwicklung zivilgesellschaftlicher Friedensinitiativen im Friedensprozess zwischen der Republik Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo



Hintergrund:

Strassenszene in Ruanda
Straßenszene in Ruanda

Die Menschen der Region der Afrikanischen Großen Seen erlitten in den letzten Jahre viele grausame Konflikte und Kriege. Der Völkermord in Ruanda 1994 und die nachfolgenden Kriege in der Region erschütterten auch die Nachbarländer – insbesondere die Demokratische Republik Kongo. Dorthin flohen die bewaffneten Gruppen. Sie leben seither von der illegalen Ausbeute der reichen Bodenschätzen des Landes und treiben dort ihr Unwesen. Die bitterarme kongolesische Bevölkerung leidet besonders darunter, zumal sich auch die allgemeine Situation im Land seit den Kriegen nicht wesentlich verbessert hat.
So wurden gute Nachbarn zu Feinden. Der alltägliche Austausch in den Grenzregionen ist überschattet von Misstrauen, Hass und wirklichen Gefahren. Doch das Leben muss weiter gehen. Die Menschen lernen, dass sie Wunden heilen und Frieden schaffen müssen. Viele engagierte Gruppen in der ruandischen und kongolesischen Bevölkerung interessieren sich für die Sicht der Anderen, sie denken über ihre eigenen Fehler nach und setzen sich für eine Versöhnung zwischen den Bevölkerungen der Region ein.


Ziele und Aktivitäten:

Landkarte RuandaDie Klaus Jensen Stiftung unterstützt inhaltlich, organisatorisch und finanziell solche friedensbewegten Menschen. In einem Projekt werden engagierte Mitglieder der ruandischen und kongolesischen Zivilbevölkerung zusammengebracht, um sich gemeinsam für den Frieden zwischen ihren Ländern einzusetzen. Diese Menschen und ihre Organisationen stehen politisch für eine Aussöhnung zwischen den Ländern ein und leisten Fürsprache für den Frieden. Sie bringen die Bevölkerung aus den Grenzgebieten zusammen, indem sie den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen ihnen unterstützen. So fördern sie das gegenseitige Verständnis, Toleranz und gute Nachbarschaft.

Neben der direkten Friedens- und Versöhnungsarbeit ist ein wichtiges Ziel, zivilgesellschaftliche Kräfte in den beteiligten Ländern zu stärken, um der Bevölkerung eine Stimme zu geben und ihre verstärkte Teilhabe an politischen Prozessen und Entscheidungen zu ermöglichen.

Die Aktivitäten der ersten Projektphase sind auf ein Jahr angelegt (Januar 2006-Dezember 2006). Danach wird die Ausweitung des Projektes auf weitere Länder der Region angestrebt.


Partner:

Treffen in Ruanda

Treffen der Projektpartner in Gisenyi (Ruanda,
kongolesische Grenze zu Goma)

Die Projektpartner der Klaus Jensen Stiftung sind auf der ruandischen Seite die Gewerkschaft ASC Umurimo (Kigali) und auf der kongolesischen Seite das Frauennetzwerk UWAKI (Union des Femmes Paysannes du Nord Kivu, Goma) / REFED (Reseau Femme et Developpement).
Beide Partner haben vielfältige Kontakte zu anderen Nichtregierungsorganisationen in Ruanda und in der Demokratischen Republik Kongo, wie auch in anderen Länder der Region der Afrikanischen Großen Seen, (z.B. Burundi, Uganda).

Von den Projektpartnern stammen auch die Idee und Anregung zum Projekt. Das Konzept wurde maßgeblich durch ASC Umurimo in Zusammenarbeit mit der Klaus Jensen Stiftung entwickelt. Die intensive Vorbereitungsphase gipfelten in zwei gemeinsamen Treffen in Ruanda. Die beiden Partner sind ebenfalls mit der gesamten Projektdurchführung betraut. Sie werden von Fachkräften der Klaus Jensen Stiftung in allen Phasen (Planung, Durchführung, Auswertung) fachlich-inhaltlich, organisatorisch, administrativ und finanziell begleitet.

Dieses nachfrageorientierte Vorgehen ermöglicht Ownership der Projektpartner und ist kennzeichnend für das Vorgehen der Klaus Jensen Stiftung. So wird ermöglicht, dass das Projekt, seine Ziele und Aktivitäten von lokalen zivilgesellschaftlichen Kräften getragen wird. So kann unsere Arbeit auch nachhaltig Früchte tragen.


Perspektive:

Das Projekt möchte Vorreiter sein für weitere Aktivitäten in der Region der Afrikanischen Großen Seen für Versöhnung und Frieden. Das Ziel ist es, immer mehr Menschen aus der Bevölkerung und der Politik für Frieden und Versöhnung zu gewinnen. Das bestehende Pilotprojekt soll nach einem Jahr Laufzeit (2006) ausgeweitet werden und weitere Akteure in Ruanda, Kongo, sowie auch in Burundi und Uganda miteinbeziehen.


Aktuelles

Nach intensiver Vorbereitung mit den lokal verantwortlichen Organisationen begleitete Julia A. Jäger in Kigali (Ruanda) vom 10. bis 14. Oktober eine Zusammenkunft zwischen rund 20 Vertreter/innen ruandischer und kongolesischer Organisationen. Ziel des Workshops war die Entwicklung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Friedensinitiativen zur Versöhnung der verfeindeten Bevölkerungen Ruandas und der Demokratischen Republik Kongos. Die Veranstaltung wurde durch die Vize-Bürgermeisterin von Kigali eröffnet und von den ruandischen Medien verbreitet.

Workshop 2006 Workshop 2006 Workshop 2006


Im Workshop wurden u. a. folgenden Themen bearbeitet: Analyse des Konfliktkontextes und der aktuellen Probleme, die Rolle der Zivilgesellschaft im Versöhnungsprozess, Erfahrungen aus anderen Konfliktregionen, Entwicklung gemeinsamer Ziele, Strategien und Aktivitäten.

Die Gruppe der Teilnehmer/innen war sehr gemischt: Neben Aktivist/innen der regionalen Friedensinitiativen (z. B. der Internationalen Konferenz der Region der Großen Seen) mit Kontakten bis in die politische Spitze nahmen einige Teilnehmer/innen das erste mal an einer regionalen Veranstaltung teil. Für manche Kongolesen war es gar der erste Besuch in ihrem Nachbarland Ruanda. Sie waren begeistert von der ausgesprochen entspannten und fröhlichen Atmosphäre dort. So kann als erstes Ergebnis des Workshops schon eine Annäherung und Entwicklung von Vertrauen unter den ruandischen und kongolesischen Teilnehmer/innen berichtet werden. Sie wurde symbolisiert durch die gegenseitigen Umarmungen am Ende der Veranstaltung.

Workshop 2006 Workshop 2006 Workshop 2006


Spendenkonto

Konto 10 20 20, Sparkasse Trier, BLZ 585 501 30, Stichwort "Große Seen".


Kontakt

Julia A. Jäger (Projektleiterin)
j.jaeger@klaus-jensen-stiftung.de


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