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Versöhnungspreis

Verleihung des Versöhnungspreises der Klaus Jensen Stiftung 2007


Biographie Dr. Hildegard Goss-Mayr


Hildegard Goss-Mayr wurde 1930 in Wien geboren. Da ihr Vater, Kasper Mayr, Mitbegründer der christlichen Friedensbewegung „Internationaler Versöhnungsbund“ war, erlebte sie als Kind und Jugendliche nicht nur die Weite ökumenischer und internationaler Friedensarbeit (K. Mayr war verantwortlich für deutsch-polnische Verständigung zwischen den beiden Weltkriegen), sondern auch nach 1938 die Verfolgung der Familie durch Hitlers Regime sowie das Grauen des 2. Weltkrieges.

Diese Erfahrungen bewogen sie, nach ihrem Studium der Philologie in Wien und New Haven/USA, sich in den Dienst der Friedensarbeit aus der Kraft der Gewaltfreiheit zu stellen. Ab 1953 Mitarbeiterin des internationalen Büros des Versöhnungsbundes (IFOR), 1958 Heirat mit dem französischen Friedensarbeiter Jean Goss, mit dem sie bis 1991 die Arbeit gemeinsam durchführte. Zwei Kinder.

1. Schwerpunkt: Ost-West-Kontakte während des Kalten Krieges. Von Wien aus wurden in schwieriger Pionierarbeit über den Eisernen Vorhang hinweg Kontakte und Dialog mit Christen und Nicht-Christen in Osteuropa aufgebaut (1. deutsch-polnische Begegnung in Wien 1957; ab 1959 mehrere theologische Ost-West-Tagungen zur Friedensfrage).

2. Schwerpunkt: Arbeit beim 2. Vatikanischen Konzil in Rom (1961-1965). Dem Appell Papst Johannes XXIII., alle mögen Anliegen der Kirche in das Konzil einbringen, folgend, bauten Jean und Hildegard Goss-Mayr in Rom eine Friedenslobby auf. Die Friedensfrage, eines der brennendsten Menschheitsprobleme, wurde in die Konzilarbeit aufgenommen. Die Themen Abrüstung, Wehrdienstverweigerung und Gewaltfreiheit wurden behandelt und führten zu Ansätzen einer Friedenstheologie.

3. Schwerpunkt: Aufbau der gewaltlosen Befreiungsbewegung „Servicio Paz y Justicia“ (Serpaj) in Lateinamerika (1962-1980). Angesichts der dramatischen Sozialprobleme und der unterdrückerischen Militärregime in Lateinamerika wurden Jean und Hildegard Goss-Mayr eingeladen, am Aufbau einer kontinentalen gewaltlosen Befreiungsbewegung mitzuwirken. Dies u. a. in Zusammenarbeit mit Dorn Helder Câmara, Kardinal Lorscheider und Kardinal Arns. 1974 wurde Serpaj gegründet und die Leitung von Adolfo Perez Esquivel (Friedensnobelpreis 1980) übernommen. Der gewaltfreie Widerstand hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Militärdiktaturen weitgehend unblutig überwunden wurden.

4. Schwerpunkt: Mithilfe bei der Schulung jener Gruppen, die 1986 auf den Philippinen durch die Volksbewegung „People Power“ die Diktatur von Ferdinand Marcos unblutig überwanden.

5. Schwerpunkt: Arbeit in Afrika vorwiegend im Gebiet der Großen Seen (Ruanda, Burundi, Ost-Zaire). Hilfeleistung zur gewaltfreien Konfliktlösung und inter-ethnischen Versöhnungsarbeit.


Publikationen: Die Macht der Gewaltlosen (1968); Revolution ohne Gewalt (1968); Der Mensch vor dem Unrecht – Spiritualität und Praxis gewaltloser Befreiung (1976); Geschenk der Armen an die Reichen (1979); Wie Feinde Freunde werden, 2. Aufl. 1999 (erhältlich bei Herder Wien).

Preise: 1976 Friedenspreis Xirinax (Pax Christi Spanien); 1979 Dr. Bruno Kreisky Preis für Menschenrechte; 1991 Niwano Peace Prize (Buddhistische Laienbewegung in Tokio, Japan); 2007 Versöhnungspreis der Klaus Jensen Stiftung, Trier.


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